Steinwiesen (sd) Mittelschule Oberes Rodachtal schließt Versorgungslücke – Schulsanitäter ausgebildet
Die Begeisterung und der Wille waren vorhanden bei den 12 Schülerinnen und Schülern der achten und neunten Klasse der Mittelschule Oberes Rodachtal, als sie sich zum Erste-Hilfe-Kurs anmeldeten. Dieser ist Voraussetzung für ihre Tätigkeit als Schulsanitäter. Damit ist auch diese Lücke in der Schule in Steinwiesen geschlossen, wie Konrektorin Sabine Söllner stolz sagte. Die Ausbildung ging über 16 Unterrichtseinheiten plus zwei „Bonuseinheiten“, wo sie zusätzlich zum üblichen Kurs den Gebrauch des Beatmungsbeutels übten.
Bei der Ausbildung wurde besonderer Wert auf die Praxis gelegt mit Herz-Lungen-Wiederbelebung, Verbänden, Helmabnahme bei Fahrradunfällen usw. Gerade in der Schule sind Sofortmaßnahmen bei Stürzen, Übelkeit oder Nasenbluten besonders gefordert. Die grundsätzlichen Anforderungen an den Ersthelfer sind in erster Linie das Erkennen des Zustandes des Betroffenen, die Überlegung, welche Gefahren für den Betroffenen bestehen und anschließend nach den erlernten Erste-Hilfe Maßnahmen zu handeln. In der Theorie hört sich alles leicht an und ist und bleibt trockener Stoff. Deshalb haben die Ausbilder viel praktische Übungen in ihre Übungseinheiten eingebaut. „Es war toll, wie gut die Jugendlichen mitgemacht haben“, sagt Ausbilder Thomas Totzauer, Bereitschaftsleiter der Bereitschaft Steinwiesen. „Man hat gemerkt, dass alle diese Ausbildung freiwillig mitmachen, da ist die Motivation ganz anders.“ Und das Ziel der 12 Jugendlichen war es ja, den Schulsanitätsdienst zu übernehmen und so ein zusätzliches Stück Sicherheit in „ihrer“ Schule zu schaffen. Vielleicht war auch die Aussicht, den Kurs auch für den Führerschein gebrauchen zu können, sei es Mofa, Moped oder schon Auto, ein Anreiz, mitzumachen. Sabine Söllner, Konrektorin an der Schule in Steinwiesen, berichtet, dass alle Schüler der achten und neunten Klasse gefragt wurden. „Es ist keiner gezwungen worden und die Option, dass man nach dem Erste-Hilfe Kurs doch nicht als Schulsanitäter aktiv sein möchte, blieb offen“, sagt Söllner. Diese Ausbildung soll jedes Jahr angeboten werden und so einen gewissen Stamm an Schulsanis sichern. Schließlich fallen ja die Neuntklässler nach einem Jahr weg. Für die Schule erfreulich war, dass nach Beendigung des Kurses und Aushändigen der Urkunden fast alle sofort bereit waren, nach den Ferien ihren Dienst aufzunehmen.
Dass nicht nur die Ausbilder mit den Jungen und Mädchen zufrieden waren, sondern diese auch mit ihren Ausbildern, bekräftigte Jonny Wenzel im Namen aller Teilnehmer. „Es war eine tolle Ausbildung, für die wir uns herzlich bedanken wollen“, sagte der junge Mann. Und einige der neu Ausgebildeten haben auch bereits Interesse am Roten Kreuz bekundet und wollen sich die Sache bei der Bereitschaft Steinwiesen „mal anschauen“, was natürlich Bereitschaftsleiter Thomas Totzauer besonders freut. Ein kleines Bonbon hatte dann auch Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt im Gepäck, als er zusammen mit Ausbilder Thomas Totzauer die Jugendlichen zum Bestehen des Kurses beglückwünschte. Ein komplett bestückter Erste-Hilfe-Koffer für den Ersteinsatz mit Beatmungsbeutel und passende Schutzwesten mit dem Schriftzug „Schulsanitäter“ wechselten die Besitzer. „Wir sind stolz darauf, hier im Oberen Rodachtal diese Lücke nun geschlossen zu haben“, betonte Ralf Schmidt.
Unterrichtseinheiten im Überblick
Grundlagen der Hilfeleistung, z.B. Sofortmaßnahmen, Notruf, Absichern der Unfallstelle, Lagerung der Verletzten.
Vorgehen bei akuten Störungen der Vitalfunktionen, z.B. Abnehmen eines Helmes, Seitenlage, Sonnenstich, Atemstörungen, Herz-Lungen Wiederbelebung
Versorgung von Wunden, z.B. Umgang mit Verbandsmaterial, Blutungen, Verbrennungen, Schock
Sonstige Erkrankungen und Verletzungen, z.B. Knochenbrüche, Vergiftungen, Unterkühlung
Zusatzeinheiten waren der Umgang mit dem Beatmungsbeutel, der von jedem Teilnehmer geübt wurde und der auch in ihrem neuen Erste-Hilfe Koffer enthalten ist.
Schulsanitätsdienst
Hauptanliegen des Schulsanitätsdienstes sind die Unfallverhütung und die Erste Hilfe-Leistung während des Unterrichts, im Pausenhof, bei Schulsportveranstaltungen und Wandertagen sowie sonstigen schulischen Veranstaltungen. Allgemein leisten Schulsanitäter im Schulbereich Erste Hilfe bei Unfällen und akuten Erkrankungen. Gerade bei schwereren Notfällen können sie mit qualifizierten Erste Hilfe-Maßnahmen die wertvolle Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsmittels überbrücken. Die Schulsanitäter erwerben sich durch ständige Fortbildungen und Übungen, sowie ihre Arbeit als Schulsanitäter Routine bei der Erstversorgung von Notfällen. Sie entlasten durch ihre Arbeit Lehrkräfte, Sekretariatsmitarbeiter und andere Angestellte der Schule, die oft wenig Erfahrung in Erster Hilfe bei akuten Verletzungen oder Erkrankungen haben. Es gibt in Bayern zwar keine Vorschrift, dass ein Schulsanitätsdienst eingerichtet werden muss, aber der Schulsanitätsdienst bringt sowohl für die Schule als auch für die Schüler einige Vorteile mit sich, so dass die Einrichtung sicherlich wünschenswert ist
Teilnehmer am Erste-Hilfe Kurs
aus der 8. Klasse:
Marcel Bayer, Nurn
Lukas Deuerling, Nurn
Riccardo Kramer, Steinwiesen
Janis Kuhla, Steinwiesen
Martin Schütz, Neuengrün
Christin Klug, Nurn
Angelina Lauterbach, Marktrodach
Ewa Müller, Nordhalben
aus der 9.Klasse:
Maximilian Grebner, Birnbaum
Lukas Richter, Steinwiesen
Jonny Wenzel, Steinwiesen
Anna-Maria Sandner, Nordhalben
Ausbilder:
Sabine Scherbel, Kreisverband Kronach
Thomas Totzauer, Wallenfels, Bereitschaft Steinwiesen













