Aus der Geschichte des Roten Kreuzes in Schneckenlohe
Vorgeschichte:
Am 01. Oktober 1922 traten Josef Gärtlein und Fritz Gäßlein als die ersten Rot-Kreuz-Männer aus Schneckenlohe in die Sanitätskolonne Gestungshausen ein. Bis zum Jahre 1938 stellten sich noch weitere 14 Schneckenloher Bürger in der Kolonne Gestungshausen zum Dienst am Nächsten bereit.
Um an den Versammlungen der Kolonne teilnehmen zu können traf man sich meist bei Johann Witzgall um gemeinsam den Weg nach Gestungshausen anzutreten.
In dieser Zeit wurde der Krankentransport mit dem Zug von Mödlitz aus, nach Coburg durchgeführt. Eine Trage stellte die Kolonne in Gestungshausen zur Verfügung.
Aus dem Protokollbuch der Kolonne Gestungshausen ist dann zu entnehmen:
„ Mit dem Erscheinen des Gesetzes vom 09. Dezember 1937 nach diesem neue Kreisstellen gebildet wurden musste Gestungshausen 31 Mitglieder an die Kreisstelle Kronach abgeben, da Gestungshausen aus den alt – bayerischen Orten, Mitwitz und Schneckenlohe diese Leute besaß.“
Im Mitgliederbuch der Kolonne Gestungshausen wurde bei 13 Schneckenloher Kameraden der Vermerk – „Nach Kronach überstellt am 25.10.1939“ – eingetragen.
Dies waren die Kameraden:
Josef Gärtlein, Fritz Geßlein, Johann Witzgall, Robert Geiger, Alois Götz, Georg Puff, Bernhard Karl, Gustav Wendel, Edwin Geiger, Hermann Wagner, Heinrich Häublein, Johann Karl und Albin Bauer.
Diese Kameraden gründeten, nach der Überstellung an den Kreisverband Kronach (welche nach Aussage der Kameraden Gustav Wendel und Hermann Wagner am 01. Juli 1938 erfolgte), in Schneckenlohe eine selbständige Rot –Kreuz –Einheit mit der Bezeichnung:
„ Deutsches Rotes Kreuz – Zug Schneckenlohe“
Von 1939 bis 1989
Nachdem die Männer unter ihrem Zugführer Bernhard Karl einen eigenen Rot – Kreuz – Zug gegründet hatten und mit der Ausbildung begannen, schlossen sich ihnen, nach einem Erste Hilfe Kurs der von Sanitäts – Rat Erbese aus Mitwitz abgehalten wurde, auch einige Frauen an. Aufgrund vermehrter Anmeldungen von Frauen sah man sich veranlasst einen eigenständigen weiblichen Rot – Kreuz – Zug zu bilden. Die erste Zugführerin wurde Johanna Witzgall (geb. Gärtlein).
Die Versammlungen und Übungen in Schneckenlohe wurden von beiden Zügen gemeinsam abgehalten. Zu den Unterrichten von Dr. Erbse musste man sich oftmals auf den beschwerlichen Weg nach Mitwitz machen um daran teilnehmen zu können.
Zu dem im Herbst 1939 beginnenden unglückseligen zweiten Weltkrieg wurden neun unserer Kameraden eingezogen, zwei von Ihnen kehrten nicht mehr zurück.
Die zuhause verbliebenen Kameraden erlernten in Unterrichtsabenden und Geländeübungen zusammen mit dem auf 26 Frauen angewachsenen weiblichen Zug die erforderlichen Kenntnisse zur Hilfeleistung bei kranken und verletzten Menschen. Zwei Kameradinnen wurden nach Kronach ins Lazarett im Schützenhaus zum Dienst verpflichtet. Nachdem Zugführer Bernhard Karl ebenfalls seine Einberufung zur Wehrmacht erhalten hatte, übernahm Alois Götz das Amt des Zugführers, sein Stellvertreter wurde Josef Gärtlein.
Nach Beendigung des schrecklichen Krieges lag es in ihren Händen das Rote Kreuz in Schneckenlohe wieder auf zu bauen.
Um damals Versammlungen abhalten zu können, bedurfte es für beide Züge eine Genehmigung der amerikanischen Militärregierung, welche dann am 08. März 1946 erteilt wurde.
Am 18. Mai 1946 wurde Berthold Völker Zugführer und Dora Jung (Dora Götz) übernahm am 01. Juli 1946 das Amt der weiblichen Zugführung.
Dr. Hermann Erbse hatte das Amt seines Vaters übernommen.
Berthold Völker und Hans Sünkel, welcher sein Nachfolger wurde, organisierten ein Theaterstück das mit viel Erfolg aufgeführt wurde. Die Einnahme von 300,00 DM wurde zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen verwendet.
In dieser Zeit war auch ein enormer Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen, 1949 waren 42 Mitglieder gemeldet, der jedoch Mitte der 50er Jahre wieder zurückging.
Die gleiche Entwicklung war bei den Frauen zu spüren.
Nach Hans Sünkel wurde bis 1951 Erhard Puff Zugführer des männlichen Zuges. Dr. Siegfried Rudolph übernimmt die Ausbildung der Gemeinschaften.
Heinrich Häublein war bis zum 26.07.1952 und anschließend war Berthold Völker als Zugführer tätig.
Am 01. Januar 1953 wird Gustav Wendel als Zugführer gewählt. Er hatte dieses Amt bis zum 04. September 1968 inne, seine Stellvertreter in dieser Zeit waren Peter Wagner, Pankraz Höfner und Kurt Puff. Da die Zahl der weiblichen Mitglieder immer mehr zurückging wurde der weibliche Zug aufgelöst und die Frauen unterstellten sich dem männlichen Zug.
Das die Kameradschaft gepflegt wurde geht aus dem Protokoll der Generalversammlung vom 30.12.1953 hervor in welchem es Schluß heißt: „ Zum Abschluss der Versammlung gab es für den Mann ½ Fleischwurst und 1 Liter Bier die wir uns alle gut schmecken ließen.“
Durch das Abhalten vorn Erste Hilfe Kursen durch Dr. Rudolph konnten immer wieder einige Mitglieder gewonnen werden. Die Übungsabende wurden im Vereinszimmer der Gastwirtschaft von Pankraz Völker in Neubrand abgehalten. Im Protokollbuch steht: „ Im Jahre 1953 insgesamt 75 kleine und 8 schwere Verletzungen behandelt.“ Um die Ausrüstungsgegenstände unterzubringen wurde von Kamerad Josef Gärtlein ein Schrank hierfür angefertigt, welcher seit dem Wechsel des Vereinslokales 1965 im Vereinszimmer der Gastwirtschaft „Zur Linde“ immer noch seinen Zweck erfüllt.
In der Versammlung vom 02.02.1966 wird Erwin Horn einstimmig als Schriftführer gewählt, er löst hiermit Werner Völker ab. Im gleichen Jahr nehmen die ersten Kameraden an einer Sanitätsausbildung in Kronach teil.
Nach dem Rücktritt von Gustav Wendel als Zugführer übernimmt ein neues Team, mit Heinz Wagner als Zugführer und Alfons Gärtlein als Stellvertreter die Führung unserer Gemeinschaft in der Versammlung vom 04. September 1968. Es wird beschlossen die Übungsabende regelmäßig am 2. Mittwoch im Monat abzuhalten.
Nach Abhalten eines Erste Hilfe Kurses 1969 durch die Mitwitzer Kameraden Gerhard Schrickel und Erich Greiner können wir sieben weibliche Neuanmeldungen verzeichnen. Max Witzgall stiftet uns einige Kramerschienen zur Ausrüstung.
Zur Festigung der Kameradschaft wird erstmals eine Weihnachtsfeier durchgeführt.
Zur besseren Versorgung bei den Fußballspielen werden die Kameraden nun paarweise eingeteilt. Da wir noch zu wenige Sanitätstaschen besitzen, werden diese vor jedem Dienst vom Zugführer ausgeteilt. Aus dem Erlös der Tombola, welche wir zur Weihnachtsfeier durchgeführt haben, können wir uns eine neue Trage anschaffen. Bei einem, im Vereinslokal, abgehaltenen Kurs in häuslicher Krankenpflege, durch Frau Hofmann aus Kronach, konnten 18 Frauen ausgebildet werden. An einem Kurs über Sofortmaßnahmen am Unfallort nahmen 46 Personen teil.
Zum ersten Mal nehmen wir am Krankentransport in Kronach teil, außerdem unterstützen wir das Team des Blutspendedienstes beim Termin in Mitwitz. Als unseren Beitrag zum Umweltschutz beginnen wir mit der Durchführung von Altpapiersammlungen.
Auf Anregung von Bürgermeister Albert Backert nehmen wir am 17. Oktober an einer Übung mit der Feuerwehr an der Schule teil, wobei wir sieben Personen zu Versorgen hatten.
Fünf Sanitätstaschen konnten wir uns anschaffen. Von Elisabeth Behringer wurde uns ein Wimpel gestickt, mit der Aufschrift „BRK Zug Schneckenlohe“ für den wir nur den Stoff bezahlen mussten.
1971 nahmen sieben Mann an einer Sanitätsausbildung in Kronach teil, während zwölf Kameraden in Mitwitz an einer Einweisung am Sauerstoffgerät teilnehmen.
Aus dem Erlös der bisher durchgeführten Altpapiersammlungen können wir uns 1972 fünf neue Sanitätstaschen bestellen. An einem Erste Hilfe Kurs nehmen 37 Personen teil.
Eine alte Tradition wird wieder wach. Am 24. Juni 1974 wird das Johannifeuer wieder abgebrannt. Wir betreuen die Wanderungen in Schneckenlohe und Leutendorf.
Als unsere bisher größte Anschaffung wird am 29.11.1976 beschlossen ein Sauerstoffgerät der Firma Drägerwerk zu bestellen.
An einer Katastrophenschutzübung des Kreisverbandes Kronach nehmen wir in Knellendorf mit fünf Mann teil. Die Aufgabe lautete, bei einem Zugunglück 100 Verletzte zu versorgen und in Verbandzelte, welche vorher errichtet wurden zu verbringen.
Bei einem Lehrgang für Unterführer der in Kronach vom 01.10 bis 09.10.1977 abgehalten wurde nahmen Alfons Gärtlein, Heinz Wagner, Erwin Horn und Andreas Kristek teil.
Um auch bei schlechtem Wetter eine möglichst optimale Versorgung gewährleisten zu können, entschließt man sich 1978 für die Anschaffung eines Sanitätszeltes SG 12 mit Sonderzubehör, dem rotkreuz Zeichen und der Aufschrift Schneckenlohe.
Durch eine Neuregelung der Zuschüsse von seiten des Kreisverbandes können wir uns eine neue Trage und drei neue Uniformen anschaffen.
Als erster Schneckenloher Kamerad erhält Heinz Wagner aus der Hand von Kreiskolonnenführer Werner Reißenweber die „Verdienstmedaille der Sanitätskolonnen in Bronze“ für besondere Verdienste im Aufbau und der Führung unserer Gemeinschaft.
In Mitwitz legen die Kameraden Erwin Horn, Bernd Dötschel und Andreas Kristek das Leistungsabzeichen in Bronze ab.
Im September 1980 besucht Andreas Kristek als erster Kamerad einen Führer – Lehrgang an der Rotkreuz Schule in Jettingen.
Kamerad Alfons Gärtlein der aus gesundheitlichen Gründen als stellvertretender Zugführer zurücktritt erhält er für besondere Verdienste die er sich um das Rote Kreuz erworben hat die „Verdienstmedaille der Sanitätskolonnen“ in Bronze verliehen.
Nach der Versammlung am 17.02.1980 tritt ab 01.01.1981 der neue Zugführer Andreas Kristek sein Amt an. Ihm zur Seite steht als sein Stellvertreter, der langjährige Zugführer, Heinz Wagner.
Mit dem 01.01.1981 wurde der selbständige Zug Schneckenlohe der Kolonne Mitwitz angegliedert, da es laut Verordnung keine eigenständigen Rot – Kreuz – Züge mehr geben darf.
Für die Helfer im Krankentransport werden 1981 als Bekleidung acht Schutzanzüge bestellt, ebenso ein Blutdruckmessgerät und ein Set Kammerschienen.
Am 13.08.1982 führen wir eine Geräteausstellung im Garten der Gastwirtschaft „Zur Linde“ durch, wobei wir unsere Geräte sowie einen Rettungswagen aus Kronach vorführen. Leider brachte die Absicht der Mitgliederwerbung keinen Erfolg.
Anlässlich eine Kirchweihspieles zugunsten des Roten Kreuzes in Schneckenlohe konnten wir uns eine neue Trage kaufen, welche wir wiederum am Sportplatz einsetzen.
Zur Bestückung unseres Zeltes bestellten wir über den Kreisverband einen Sanitätskasten –K 50- und ein Rettungstuch sowie für den Krankentransport vier signalrote Anoraks.
Andreas Kristek nimmt an einem Lehrgang für den Pflegehilfsdienst teil und legt 1983 das Leistungsabzeichen in Silber ab.
Bei den 1985 durchgeführten Wahlen erhielten wir als neuen Kolonnenarzt Dr. Hans J. Goldhammer aus Mitwitz.
Seit dem 01.04.1986 wird der Schneckenloher Gemeindeteil Mödlitz, welcher vorher von Gestungshausen aus versorgt wurde, von unserer Gemeinschaft Sanitätsdienstlich betreut.
Als wohl ereignisreichstes Jahr ist 1987 anzusehen. Nachdem am 09. Januar von einigen Jugendlichen unter der Leitung von Thomas Kristek eine Gruppe des Jugendrotkreuzes gegründet wurde, konnten wir am 28. November im Saale Trukenbrod die Erhebung zur Kolonne feierlich durchführen. Zu dieser Feier war der Bezirksvorsitzende Wilhelm Rosenhauer aus Ansbach erschienen um die Erhebung durchzuführen.
Nach dem die Kolonnenerhebung vorüber war, ging es auf das nächste große Ereignis, unser 50 Jähriges bestehen, zu.
Fortsetzung Folgt!!!!!!