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Critical Incident Stress Management (CISM)

Hilfsorganisationen wie z. B. der Rettungsdienst werden in der Bundesrepublik Deutschland ca. zu 8.000.000 Einsätzen im Jahr gerufen. Neben täglichen Routineeinsätzen, wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Reanimationen, sehen sich Rettungsdienstmitarbeiter, wie kaum Angehörige eines anderen Berufsfeldes (Moran, Britton 1994), mit einer Vielzahl von potentiell traumatischen Ereignissen konfrontiert, wie z. B. die Terroranschläge des 11. September 2001, dem Amoklauf des Schülers Robert Holzer am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt vor drei Jahren, Katastropheneinsätzen in Hochwassergebieten oder Kindernotfällen. Einsätze jenseits der Routine können die individuellen Ressourcen und Bewältigungsstrategien überfordern und zu längerfristigen, mit unter auch pathologischen Folgen führen. Posttraumatische Belastungsstörungen, Angststörungen oder aber auch Substanzmittelmissbrauch zählen zu solchen möglichen krankhaften Konsequenzen. Hering und Beerlage gehen davon aus, das „durchschnittlich 10–20% der Einsatzkräfte nach Ereignissen katastrophalen Ausmaßes psychische Spätfolgen (…)“ entwickeln.

Als besonders belastende Einsätze gelten beispielsweise:

  • Tod von Kindern
  • Tod oder Verletzung einer Kollegin/eines Kollegen
  • Suizid einer Kollegin/eines Kollegin
  • Große Anzahl von Verletzten oder Toden
  • Einsätze bei Bekannten, Freunden oder Angehörigen von Einsatzkräften
  • Jedes Ereignis, das eine individuelle und außergewöhnliche belastende Wirkung hat.

Um solchen Spätfolgen vorzubeugen wurde von Mitchell und Everly das sog. Critical Incident Stress Management entwickelt. Es ist ein umfassendes, mehrkomponentiges Interventionsprogramm, dass sich im Rahmen der Primär- und Sekundärprävention traumatischen Stresserlebens und der daraus resultierender möglichen Traumatisierung bewegt. Unser Angebot umfasst ein Spektrum von Schulungen im Vorfeld, bis hin zu Einzel- und Gruppenmaßnahmen nach individuell erlebten oder allgemein belastenden Einsätzen. CISM ist Kollegenhilfe, d. h. alle Mitglieder unseres Teams sind selbst aktive Mitglieder in Einsatzorganisationen wie Rettungsdienst, Feuerwehr oder THW. Zusätzlich zu ihrer jeweiligen Ausbildung sind sie in Techniken der Gesprächsführung, Psychotraumatologie, Krisenmanagement etc. nach den offiziellen Richtlinien geschult. Sie fungieren als zertifizierte PEERS. Unterstützt werden PEERS durch so genannte Psychosoziale Fachkräfte, wie Psychologen, Pädagogen, Theologen usw.

 

   
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