Effeltermühle – Lkr. Kronach
Am Samstag, den 01. Oktober 2011 erreichte gegen 14.00 Uhr die Meldung über eine Gasexplosion in der Effeltermühle die Einsatzkräften des Kronacher Roten Kreuzes. Dieses Szenario war Ausgangspunkt für eine Übung mit mehreren Verletzten.
Treffpunkt für die Einsatzeinheiten war das Industriegebiet in Friesen. Von hier aus wurden die verschiedenen Schnelleinsatzgruppen (SEG) und Fachdienste, sowie der Rettungsdienst entsandt. Um den zeitlichen Aspekt realitätsnah darzustellen wurden die Einsatzkräfte mit ihren jeweiligen Fahrzeugen zu unterschiedlichen Zeiten zur Einsatzstelle losgeschickt.
Die Leitstelle Übung, gemimt von der Unterstützungsgruppe-Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL) Coburg, alarmiert den Rettungsdienst zu einer Gasexplosion in der Effeltermühle mit mehreren Verletzten. Auf Anfahrt befanden sich 2 Rettungswagen, ein Notarzt und der Einsatzleiter Rettungsdienst (ELRD). An der Einsatzstelle angekommen stellte sich heraus, dass ein Massenanfall von Verletzten (MANV) vorliegt und somit umgehend weitere Kräfte benötigt wurden. Die beiden Besatzungen der Rettungswägen nahmen die Vorsichtung der Betroffnen vor. Dies dient zur Einteilung der verletzten Personen in sogenannte Triagen (Ordnung nach Dringlichkeit der Behandlung), um eine gewisse Struktur in das vorliegende „Chaos“ zu bringen. Der Notarzt, sowie der Einsatzleiter bilden in so einem Fall gemeinsam die Sanitätseinsatzleitung. Diese Erkenntnisse wurden der Leitstelle Übung gemeldet, welche automatisch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte alarmierte. Nach und nach trafen die Ehrenamtlichen mit ihren Fahrzeugen an der Einsatzstelle an und bekamen von der Sanitätseinsatzleitung ihre Aufgaben zugeteilt.
Es wurde beschlossen in der Nähe der Unglücksstelle eine Patientenablage zu errichten, an der die vorgesichteten Personen nach Triage erstversorgt werden. Die überregional alarmierten Einsatzkräfte aus den Landkreisen Coburg, Lichtenfels und Saalfeld hatten die Aufgabe auf dem Sportplatz von Effelter einen Behandlungsplatz aufzubauen. Hier werden alle mittelschwer und leicht Verletzen verbracht um einen zeitlichen Puffer zwischen Schadensstelle und Krankenhaus zu schaffen. Psychisch Betroffenen wurden von der Fachgruppe Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) betreut. Die SEG Betreuung hatte zwischenzeitlich, in einen angrenzenden Gebäude, begonnen Essen und Getränke an die Unverletzten und Einsatzkräfte auszugeben. Nach Abschluss der Vorsichtung stellte sich heraus, dass 8 Personen schwerstverletzt, 11 schwer bis mittelschwer und 14 Personen leichtverletzt oder nur betroffen waren. Insgesamt mussten 35 Personen medizinisch betreut und versorgt werden. Eine Befragung von Leichtverletzten ergab, dass eine ältere Dame und ein Junge noch vermisst würden. Die Rettungshundestaffel Kronach bildete somit 3 Suchteams und begann im angrenzenden Wald ihre Suchaktion.
Nach ungefähr 3 Stunden konnte die Übung beendet werden nachdem nun alle Verletzten behandelt, die Vermissten aufgefunden und von der Schadensstelle abtransportiert wurden.











