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Rettungstag 2011

Dienstag, 16. August 2011 00:00
Alter: 282 Tag(e)
Kategorie: Arbeitskreis Ausbildung, Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit, Ehrenamt allgemein, Kreisbereitschaft, Presseinformation Ehrenamt Kronach
Autor: Sebastian Kolb

Impressionen des Rettungstages aus Sicht eines Teilnehmers

06:00 Uhr, der Wecker klingelt. Ich schaue kurz auf die Uhr und denke warum stehe ich an einem Samstag bitteschön um 06:00 Uhr früh auf? Doch dann fällt es mir wieder ein: Heute ist der Rettungstag! Auf gehts, raus aus den Federn. Während ich vor dem Spiegel stehe und mir die Zähne putze überlege ich mir welche Stationen mich heute beim Rettungstag erwarten. Ein Verkehrsunfall? Der Klassiker; auf jeden Fall. Eine Reanimation vielleicht, hmm... bestimmt. Nun aber rein in die Rot-Kreuz Klamotten und auf nach Kronach.

In Kronach angekommen ging es erstmal zur Registrierung. Hier bekam ich auch meinen heutigen Teamkollegen und ein Fahrzeug zugeteilt. Nach dem Briefing machten wir uns auf den Weg zu unseren ersten Stationen in die Alte Bamberger Straße 12 in Kronach. Mitgeteilt wurde uns über Funk folgendes: "Verkehrsunfall, 1 Person verletzt, nicht eingeklemmt, keine Feuerwehr, Notarzt alarmiert." An der Einsatzstelle angekommen fanden wir ein Fahrzeug und 2 Personen vor. Einer dieser Personen war zeitgleich Schiedsrichter und "Unfallverursacher". Die verletzte Person, eine junge Dame, saß noch hinter dem Steuer ihres Wagens. Nach ersten Erkenntnissen fuhr der Herr der Dame hinten auf. Mein Kollege und ich stellten die Diagnose "HWS-Schleudertrauma" und entschieden uns für die Rettung mit dem KED-System (Rettungskorsett, für ein Wirbelsäulenschohnendes bergen). Dies war auch Ziel dieser Übungsstation, der Umgang mit dem KED-System. Nach Abschluss der Basis-Checks begannen wir mit dem Anlegen einer Zervikalstütze ("Halskrause") und des KED-Systems. Die Rettung aus dem KFZ verlief größtenteils reibungslos, hier und da waren ein paar kleine Fehler zu bemängeln. Aber dafür sind wir ja hier, um den Umgang zu sensibilisieren und vertiefen.

Unser zweiter Einsatz war ein Krankentransport eines adipösen (übergewichtigen) Mannes. Ziel der Aufgabe war es mit den Materialien es so genannten Schwerlast-Rettungswagens (S-RTW) umzugehen.

Um einen Stromunfall ging es in Übungsszenario 3. Eine Dame verletzte sich während der Reperatur ihres TV-Gerätes. Wichtig war hier der Eigenschutz, um nich selbst einen Stromschlag abzubekommen.

Szenario 4 wurde nass... Ein Taucher wurde bewusstlos und von seinen Kollegen der DLRG an Land gebracht. Wie sich bei der Kontrolle der Vitalfunktionen herausstellte, hatte der Taucher einen Herzkreislaufstillstand. Dies hieß für uns: Reanimation. Glücklicherweise verlief diese erfolgreich. Ein kräftiger, regelmäßiger Puls war zu spüren. Der Schiedsrichter an dieser Station war sichtlich zufrieden.

Station 4 gemeistert, auf zur Nächsten.

"Zum Krankentransport nach Küps, am Rathaus ins dortige Bereitschaftsheim, Patient mit Verdacht auf Meningitis, nach Kronach in die Frankenwaldklinik", hieß der Auftrag der Übungsleitstelle. Bereits auf der Fahrt nach Küps diskutierten mein Teamkollege und ich, welche Maßnahmen wir hier ergreifen müssen. Klar war, dass wir uns schützen müssen um nicht angesteckt zu werden. Dort angekommen rüsteten wir zuerst mit Schutzanzügen, Atemmasken und Schutzbrillen aus. Wie zwei Astronauten betraten wir das Bereitschaftsheim und übernahmen den Patienten. Im Anschluss gab uns der Übungsleiter dieser Station noch ein paar Tipps und uns wurde eine gute Arbeit bestätigt.

Wir meldeten uns bei der Übungsleitstelle und teilten mit, dass wir Station 5 beendet haben, schon wurde uns der nächste Auftrag erteilt. "Notarzteinsatz, Gehülz-Dobersgrund, Waldarbeiter mit Schnittverletzung, THW und der Einsatzleiter Rettungsdienst sind ebenfalls alarmiert, 13:36 Uhr." Dort angekommen erwartete uns folgende Situation: Ein Waldarbeiter rutschte einen Hang hinab und amputierte sich seinen rechten Unterschenkel. Das THW leistete bereits Erste Hilfe. Die größte Schwierigkeit war das bergen der Person aus dem Wald heraus. Hierbei war das THW mittels Rettungswanne und "Man-Power" behilflich.


Stationen im Überblick:

  • I Verkehrsunfall, Umgang mit dem KED-System (K-Schutz Depot in Kronach)
  • II Krankentransport, Schwerlast-Ausrüstung (Kreisverband Kronach)
  • III Stromunfall (Bereitschaftsheim Mitwitz)
  • IV Wasserrettung, Reanimation (Neuses, an der Rodach)
  • V Krankentransport, Infektiöser Patient (Bereitschaftsheim Küps)
  • VI Waldunfall, Bergung aus unwegsamen Gelände (Dobersgrund)
  • VII Verkehrsunfall, Person eingeklemmt (Fa. Zwingmann, Reuth)
  • VIII Psychischer Nofall, Suizidversuch (Bereitschaftsheim Schneckenlohe)

Mitwirkende Hilfsorganisationen:

  • Technisches Hilfswerk Kronach
  • DLRG Kronach
  • Feuerwehren des Lkr. Kronach

Zuständige Einheiten für die Organisation und den Ablauf:

  • Arbeitskreis Ausbildung
  • UG-SanEL / Fachdienst IuK
  • SEG Betreuung
  • SEG Behandlung
  • SEG Rettung + Transport
  • Fachdienst Technik + Sicherheit
  • Pressearbeit

EDIT 16.08.2011: Bilder eingefügt / Text ergänzt.

Rettung aus dem KFZ mit dem KED-System

Verkehrsunfall

Wasserrettung mit der DLRG

Infektionstransport - Ausrüsten mit Schutzkleidung

Stromunfall

Suizidversuch des Darstellers - li. RDL/KBL M. Schmidt als Übungsbeobachter

Umgang mit dem psychisch Betroffenen nach Aufgabe der Suizidabsichten

Verkehrsunfall

   
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